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Wie alles beginnt

Ich wurde Rebecca getauft – das ist ein schöner Name, aber irgendwie nicht meiner. Seitdem ich ein kleines Mädchen bin warte ich nunmehr auf einen Namen, der wirklich zu mir passt. Gerne würde ich mich Dir an dieser Stelle mit ein paar netten, kreativen und aussagekräftigen Schlagwörtern vorstellen so nach dem Motto: Die bin ich, das kann ich. Und auch wenn ich kreativ bin, merke ich, wie mir genau jetzt die Worte fehlen – besser gesagt sie mich überfluten. Ehrlich, in meinem Leben ist schon so viel passiert da könnte ich gefühlt 1000 Schlagwörter um mich werfen & doch würde es mich nicht umfassend beschreiben können. Wenn ich mir jedoch nur 3 aussuchen sollte, dann würde ich mich wohl so beschreiben:

 

V E R T R A U E N . I N . D A S .  L E B E N – K L A R & E C H T – F R E I  

 

Ach ja und N°4: Wirklich schlecht im Rechtschreiben was mich nicht daran hindert, trotzdem einen Blog zu starten. YES!

Passt ja gar nicht zu einer typischen „Vita“ in der ich natürlich erkläre, dass ich schon seit 8 Jahren als Psychologin unterwegs bin und die Ausbildung zum Psychotherapeuten in Deutschland so unendlich lange dauert, dass noch kein Ende in Sicht ist. Nicht zu vergessen diverse Erfahrungen im Einzelhandel als Verkäuferin, Coach für Fundraisingkampagnen, Soldatin in der Laufbahn als Offizier in der Panzertruppe und als Cafébesitzerin mit Trockenfruchtbusiness in Ecuador. Hier bin ich übrigens hingekommen, weil mein Expartner mich nach einer sehr lehrreichen 4jährigen Beziehung mit seiner Arbeitskollegin betrogen hat und mit ihr ein Kind gezeugt hat. Daraufhin war ich irgendwie frei zu gehen – bin dem inneren Impuls gefolgt und habe alle meine Dinge, meinen kompletten Besitz wie Möbel, Kleidung und Krams in einem Umsonstflohmarkt gegen Spende verschenkt. Übrig ist ein Rucksack und mein OneWay Ticket nach Ecuador geblieben. Ein totales Loslassen, meinem Herzensding folgen, ein Freiheitsschlag aus den Ketten der relativ engstirnigen Gesellschaft, in der ich mich zwar wohl fühle, jedoch nicht immer sein mag. Ich kam an: Ecuador und ein wundervolles Projekt. Ich habe 6 Monate im Dschungel gelebt: kein Strom, kein Wasser, keine Dusche, Feuerstelle und nichts was unser westliches Herz begehrt. Ich bin zum aller ersten Mal so tief eingetaucht, habe mich gefühlt wie im Schoß unserer großen Mutter Natur, im 100%igen Einklang mit der Mächtigkeit, Schönheit und Perfektion unserer Welt. Ich habe Respekt im täglichen Überleben gelernt und da geht es schon um profane Dinge wie Feuerholz bekommen auch wenn in der Regenzeit alles nass ist. Achtsam gehen, beobachten, lauschen – hier lebt alles im Einklang und es gibt keine Zufälle. Wenn Du einer Schlange begegnest, dann bringt sie dir eine Botschaft mit, wenn Du einen Kolibri siehst, dann bringt er dir eine Botschaft. Auf die eigenen Gedanken hören lernen, auf den inneren Rhythmus, der sich an den äußeren anpasst. Das Herz unserer Erde schlägt in den Bäumen, in den Tieren und in uns – ein und derselbe Rhythmus. Ich habe außerdem mit den Quechua Einheimischen gelebt. Sie haben mich aufgenommen und an die Hand geführt wie eine Tochter. Mich an ihrer Sprache, ihren Bräuchen und ihrer Spiritualität teilhaben lassen. Medizin kosten lassen und vom immensen Pflanzenwissen profitieren lassen. Es war eine vollkommene Zeit.

Ich habe in Ecuador auch geheiratet. Als ich meinen Mann zum ersten Mal sah, wusste ich: Du wirst der Vater meines Kindes – und so war es dann auch! Wir haben geheiratet und Nael kam im Februar 2017 zur Welt.  Leider hat unser Familienglück nur 4 Monate anhalten dürfen. Mein Mann ging von uns, als er den Überlebenswunsch mit dem Todeswunsch eingetauscht hat. Ich habe ihn durch seine unerbittlich wiederkehrende Leukämie begleitet,Chemotherapie, Transplantation, emotionales auf und ab: alles was eben dazugehört. Es war eine sehr schwere und gleichzeitig lehrreiche Zeit die ich jetzt jedoch nicht weiter ausbreiten möchte. Daher mache ich an dieser Stelle einen kleinen Break. Ich stottere die letzten 5 Jahre meines Lebens jetzt nämlich so schnell herunter wobei der Titel ja heißt:

 

Wie alles begann! HIER beginnt es.

Zumindest die Geschichte von Soul-Birthing und mit ihr ist auch meine tiefe Überzeugung geboren, dass es eben nicht egal ist, was mit unseren Geburten in Deutschland passiert. Dass wir einen Gesundheitsminister haben, der als erste Amtshandlung erst mal 600 Kreissäle schließen lässt bei gleichzeitigem Anstieg der Geburtenrate. Dass Hebammen kaum mehr von ihrer Arbeit leben können, weil sie die gleichen hohen Versicherungssummen zahlen müssen wie ein gut €€€ Arzt. Frauen in den Ballungsgebieten bekommen keine Hebamme mehr und müssen sich schon ab der 8. Schwangerschaftswoche anhören, dass sie Hebammen keine Kapazitäten mehr haben! Es ist klar, was passiert:

 

Wir Frauen haben ANGST!

Keiner hat uns gezeigt wie das mit der Geburt funktionieren soll, wir wissen es also nicht wenn wir Erstgebärende sind. Häufig hören wir nur Horrorgeschichten von schlimmen Geburtsberichten unserer Freundesfreunde oder sehen schreiende, pressende Frauen in Rückenlage in den Fernsehserien wo eine Kindesgeburt alles andere als friedlich, sanft und natürlich stattfindet. Drama Baby – alles für die Quote. Vielleicht sind auch die Kaiserschnittraten von bis zu 70% (!!!) in ebendiesen Ballungszentren alles für die Quote.

 

Geburt als planbares Geschäft?

Hätte die Natur natürlicherweise einen Kaiserschnitt vorgesehen, dann würden wir Frauen wohl einen Reißverschluss am Bauch statt einer Vagina haben, oder?  Bitte versteh mich nicht falsch! Ich bin absolut PRO medizinische Eingriffe, wenn sie denn wirklich sinnvoll und notwendig sind. Damit wären wir nämlich schon beim nächsten – und für mich als Psychologin – wirklich wichtigen Thema: Wo bleibt eigentlich die emotionale Nachsorge für Frauen, die traumatische Geburtserlebnisse gemacht haben? Nicht nur unsere Körper brauchen Hilfe, um ihre Narben zu heilen, auch unsere Seelen möchten angehört werden. Je nach Studienlage ist jede 3. Geburt in Deutschland traumatisch. Das bedeutet, dass es einen RIESEN Bedarf für eine gute emotionale Nachsorge gibt. Die Realität sieht anders aus: Wir Frauen stehen mit unseren Gefühlen der Trauer und Leere nach schweren Geburten häufig allein da.

STOP

Ich will JETZT aufhören den Fokus auf das Negative zu legen, sondern meine Gedanken auf das richten, was wir wirklich brauchen. Jemanden der uns vertraut. Jemanden der uns Kraft schenkt. Jemanden der uns sagt, alles wird gut und du kannst das. In meiner Schwangerschaft habe ich diese Person gesucht & schlussendlich auch gefunden… in MIR! Ich habe mir vertraut, meinem Körper gut zugeredet und aus meiner eigenen Intuition den Kontakt zu meinem Kind gesucht und gehalten. Hätte ich diesen Weg ebenso wählen können, wenn ich vor meiner Erfahrung in Ecuador schwanger geworden wäre. Vielleicht, vielleicht nicht. Ich bin mir jedoch sicher, dass der natürliche Umgang mit dem Leben und dem Tod in diesem Land mir sehr viel von meinen Urinstinkten wiedergegeben hat. Ich bin gewachsen, bereit geworden um die Geburtsreise und das Mamasein anzutreten – ganz ohne Angstkeule oder Saugglocke. Ich war bereit mich für das Wunder der Geburt zu öffnen und für alles was noch hinzukam.

 

Geburt ist Transformation: Du wirst von einer Frau zur Mutter!

Diese Erfahrung hat mich dorthin gebracht, wo ich jetzt stehe. Ich habe meinem Drang nach Freiheit und Abwechslung in eine ganz besonders kraftvolle Energie kanalisieren können. Die Arbeit für uns Frauen.

Ich folge meinem Herzen

Und das spricht eine eindeutige Sprache: Geh diesen Weg. Mache dich stark für die Frauen, für die Schwangeren, für die Geburten. Eben nicht als Hebamme, sondern als professionelle Psychologin. Als Frau, die das Zuhören studiert hat, die gelernt hat Ängste zu erkennen, negative Glaubenssätze aufzudecken und einfach zu graben, tiefer zu gehen. Geburtsvorbereitung ist nicht nur körperlich! Sie ist vor allem mental! Sich bei der Geburt öffnen zu können ist ein Zusammenspiel aus 3 Dingen: Body, Mind & Soul wie ich es auch in meinem Slogan getauft habe. Der Einklang, die Ganzheit birgt die absolute Chance Dich auf Deine Traumgeburt vorzubereiten.

Ich habe mein Programm auf Dich ausgerichtet. Soul-Birthing steht für die Geburt einer neuen Seele auf dieser Welt, steht für die Widergeburt als Mutter und die Transformation Deines Körpers in der Schwangerschaft. Eine Mama hat mir mal so ein berührendes Feedback gegeben indem sie sagte: „Dein Kurs hat mich nicht nur auf die Geburt vorbereitet, er hat mich zu viel tieferen Prozessen angeregt. Ich habe begonnen tiefe Themen in meiner Persönlichkeit anzusehen und zu verändern.“ Soul-Birthing ist da, um all diese Lücken im System zu schließen und mehr noch: Um eine neue Geburtskultur nach vorne zu bringen, die es nun unbedingt braucht, damit wir diesem gesamten Wahnsinn endlich ein DICKES FETTES STOP vor die Nase setzen können!

 

 

Mama, Du kannst es, Du schaffst es und Du bist perfekt! 

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Kommentare: 3
  • #1

    Anna (Dienstag, 01 Januar 2019 10:36)

    Danke, dass du uns an deiner Geschichte teilhaben lässt <3 Total Spannend

  • #2

    Isabel (Dienstag, 01 Januar 2019 15:05)

    Ich wusste sofort, dass du etwas Besonderes bist, als ich dich das erste Mal sah.. Als ich jetzt deinen Blog gelesen habe, habe ich genau das gespürt. Du hast eine besondere Kraft und ich weiß, genau die brauchen wir Frauen, wenn wir uns selbst vertrauen wollen und in uns das erkennen, was wir zum Gebären brauchen. Vertrauen in uns, in unsere Kraft und in unser Urwissen, das nur verschüttet ist. Angst gehört zum Leben, aber auch Mut. Ich Danke dir von Herzen, dass es dich gibt :)

  • #3

    Apo (Dienstag, 01 Januar 2019 17:20)

    Du, wunderschöne Schamanin. Dich und dein wunderbarer, grossen Sohn kennengelernt zu haben, macht mich sehr glücklich. Du bist nicht nur eine liebevolle Mama, Auch eine Quelle aus Licht und Liebe für die Mütter und auch für Männer. Danke. Danke für Dein da sein, danke für Dein Licht. Gott segnet Euch.