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Geburt - Horror oder das geilste Erlebnis der Welt?

Wie soll denn eine Geburt eines der „geilsten“ Erlebnisse auf der Welt sein? Ist die Geburt nicht unglaublich schmerzhaft, frau ist dabei ganz ausgeliefert und alles läuft so unwürdig aus? Außerdem kommt da unten doch so viel ekeliges Zeug raus, alles ist voller Blut und meine Vagina ist danach total ausgeleiert!

 

ICH HALTE DAGEGEN...

Und hätte es selber zu Beginn meiner Schwangerschaft nicht für möglich gehalten. Geburt als würdevoller und von Vertrauen getragener Akt der Liebe? Ja auch das dürfen wir Frauen sagen: Meine Geburt war der Knaller! Ich möchte Dich einladen, meinen Geburtsweg ein kleines Stück mitzubegleiten und im Gegensatz zu so mancher Horrorstory auch mal einen positiven Geburtsstern am Himmel blinzeln zu sehen. Und soviel dazu: es gibt noch so viele mehr. Frauen mit großartigen Geburtserlebnissen, die Du hier auf meinem Blog im Laufe des Jahres immer wieder zu lesen bekommen darfst, wenn Du es denn wünschst!

 

MEINE GEBURTSREISE

hat begonnen mit einem Traum. Kitschig? ^^ Ja, but true! Ich habe zu diesem Zeitpunkt noch in Ecuador gelebt – wie ich dort hingekommen bin und was ich da gemacht habe erfährst Du in meinem Artikel „Wie alles beginnt“. Auf der Wiese vor unserem Haus war eine hochträchtige Stute, die jeden Moment ihr Fohlen zur Welt bringen würde. Eines Nachts bin ich von einer unglaublichen Vision – für einen Traum war das Erlebnis einfach viel zu intensiv – geweckt worden. Ich habe körperlich fühlen können, wie meine Milch in die Brüste eingeschossen ist und ich mein Baby zum ALLER ERSTEN Mal in meinem Leben angelegt habe. WOW. Was für ein Erlebnis, was für ein Gefühl. Am kommenden Morgen – ich begrüße als kleine Morgenroutine immer zuerst die Sonne und die Natur – sah ich das auch das Pferd geboren hatte: Das frisch geschlüpfte Fohlen lag neben der grasenden Mama auf der Koppel. Die Stute hatte in Schutze der Nacht auch zum ersten Mal ihr Fohlen gestillt. WOW. In diesem Moment habe ich mich so unglaublich verbunden gefühlt: Mit mir, mit der Welt und vor allem mit meinem Baby, was sich – wie ich genau spürte – auf den Weg zu mir gemacht hatte. Das war der Startschuss für die Geburt meiner Intuition und Mamaära. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich das zwar noch nicht auf dem Papier – oder soll ich sagen, auf dem Teststreifen – aber mein Herz hat es klar und deutlich gespürt. Diese leise innere Stimme, die wir nur dann hören, wenn wir genau hinhorchen, in der Meditation, Dankbarkeit und Achtsamkeit sind.

Wenn der Alltag Dich mal wieder einholt.

Ich hatte dieses schöne Ereignis schneller wieder vergessen, als mir bewusst und vor allem lieb war. Der Alltag fängt Dich dann doch schneller ein und Du bist wieder mitten drin im Vergessen. Ah…. Oder doch nicht ganz? Der Pilz war ausgebrochen. Reingeschleppt von den Katzen, von den Kindern verbreitet und an die Großen weitergegeben. Na Dankeschön. Der Besuch bei meinem deutschen Hausarzt hat bestätigt – ja du hast Pilz. Er wollte direkt ein antifungines (heißt das so?) Mittelchen verschreiben und dann die Frage: „Bist Du schwanger?“ Uff!

 

INTELLIGENTER KÖRPER

In mir regten sich alle Alarmglocken. Der innere Körper schrie: JA! Und es brach ebenso prompt aus mir heraus: Ich denke schon! Es war raus. Diese wundervollen Körper erinnern sich nicht nur, sie sprechen sogar zu uns. Die Stimme im Bauch war zwar noch ganz klein – genauso wie mein Baby – aber wenn dein Bauchbewohner und mit ihm auch der Bauch erst mal wächst, dann wird auch die innere Stimme größer. Mein Arzt schaute mich etwas verdattert an. Ich ging anstatt eines Rezeptes gegen Pilze mit einem Zettelchen auf den ich noch nicht mal geschaut habe, denn die Antwort war mir von vorneherein absolut klar: Positiv! P.S.: Den nervtötenden Pilz haben wir übrigens mit Kokosöl bestens in den Griff bekommen!

 

POSITIV

Der Vollständigkeit halber habe ich am selben Nachmittag dann mit meinem Mann gemeinsam den Zettel aufgeklappt. Es ist schon interessant: Auch wenn Deine Gewissheit so groß ist und Du einfach felsenfest fühlst, ist die schwarz-auf-weiß Version dann doch noch mal die Extrakirsche auf der bei uns veganen Sahne. Ich war dann aber einfach nur geflasht von dieser Intuition, von diesem Fühlwissen was uns wirklich weit bringen kann, wenn wir darauf vertrauen lernen. Was dann allerdings kam hätte ich wirklich nicht erwartet: Ein übler Film ging los. Rebecca, sei brav, gehe fein zu allen Terminen der frauenärztlichen Vorsorgeuntersuchung, besuche einen guten Geburtsvorbereitungskurs, lerne wie man richtig atmet und vor allem aber auch wie man gebärt. Ich dachte allen Ernstes die Hebammen erklären uns Mamas im Kurs wie ich gebären muss! Trotz des riesen Vertrauens in meine neu gewonnene Intuition schwingt die Angstkeule wie ein riesen Damoklesschwert gnadenlos über meinem neuen Babytraum hin und her. Nach dem Motto: „Ich bin dann mal weg“ flog ich nur 1 Woche später ins geweihte gebärland Deutschland zurück. Meine 7 Sachen im Rucksack, der mich damals schon auf meiner Hinreise begleitet hatte.

Aus der Retrospektive würde ich sagen, dass auch ich einer großen, allgemein vorherrschenden Angst in Bezug auf Schwangerschaft und Geburt unterlag! Auch wenn sie nicht unbedingt zu mir persönlich passte, verkörperte sie dennoch ein kollektives Trauma das nunmehr Generationen von Frauen begleitet. Die Angst vor Geburt, die Angst, dass etwas schief gehen könne, das Unwissen über den Vorgang. Die wenigsten von uns haben bereits eine Geburt LIVE miterlebt, außer die eigene natürlich. Uns Frauen wurde das gebären im Laufe der Geschichte immer mehr aus der Hand genommen: Technik, Arzt, Medizin und Kreißsäle sind an die Stelle von intuitivem Gebärwissen, Hebammen, Mütter und Doulas, Pflanzen & Hausgeburten getreten. Da es für all die medizinischen Interventionen nicht wirklich praktisch ist, ein Kind im Stehen, in der Hocke oder gar im 4-Füßler-Stand zu bekommen, wurde dann ein gemütliches Bett mit ausleuchtender OP-Tisch-Lampe installiert. Hier können wir es uns „gemütlich“ machen.Jetzt mal ehrlich Ladies:

 

GEBURT IM LIEGEN IST DAS SCHLIMMSTE WAS WIR UNS ANTUN KÖNNEN!

Steißlage ist neben dem Kopfstand wirklich die aller schlimmste Gebärposition, die wir uns ausmalen können. Keine Schwerkraft, die mithilft; unser Steißbein welches sich dem Baby, ähnlich wie beim Skispringen nur ohne Anlauf, wie ein unüberwindbares Hindernis auf seinem Weg in diese Welt darstellt; unser Becken, was so steif ist, dass in dem Milimeterspiel der Geburt kaum Bewegung stattfinden kann und es unserem Baby ungemein erschwert… Uff ich könnte noch ewig so weiter machen – ohne auf die ausleuchtende OP-Tisch-Lampe zu sprechen zu kommen geht’s jedoch nicht weiter. Wer will denn so bitte gebären? Ich würde nicht wollen, dass sich ein Team aus Menschen die ich noch nicht mal kenne um meinen intimsten, heiligen Schoßraum versammelt und sich grübelnd, kopfschüttelnd oder sonst wie darüber austauschen als sei es ein unüberwindbares Fragezeichen.

Heute weiß ich, dass wir traumatische Erlebnisse (wissenschaftlich nachweislich) über ganze 7 Generationen in uns tragen. Wir haben keinen direkten Zugriff dazu, ist jedoch Unterbewusst und in unseren Zellen gespeichert. Das Drama um Geburt ging wie gesagt da los, als die Männer begonnen haben sich einzumischen. (Sorry Boys, aber die Ärzte waren damals nunmal eher Männer). Geburtsanstalten ersetzen die Hausgeburt, Frauen mussten lange Reisen unter den Wehen auf sich nehmen und wurden in kalten Massenabfertigungsanlagen zum gebären empfangen. Das ist heftig. Die heutigen Kreißsäle sind ein Genuss dagegen! Damit die Doktoren besser hantieren konnten, wurden die Frauen ganz praktischerweise einfach auf den Rücken gelegt! Auch der Tod war der Geburt näher auf die Pelle gerückt. In besagten Geburtsanstalten war der Hygienestandard nicht ganz so gesichert, wie in unseren heutzutage fast keimfreien (hüstel) Krankenhäusern. Häufiger als an der Geburt, verstarben Frauen an den äußeren Umständen die diese Anstalten mit sich brachten. Da sschürte alles Angst und Angst schürt Anspannung.

 

ANGST SCHÜTZT - FLUCHTREFLEX: ON

Aber bei der Geburt? Das ist nicht der Hit. Wir wollen doch relaxen dürfen, entspannt gebären. Jetzt kommen die Schmerzen dazu. Wenn der größte Muskel deines Körper – was die Gebärmutter zum Zeitpunkt der Geburt ist – anfängt zu arbeiten, dann gibt es kein zurück mehr. Alles ist auf „GO“ gestellt. Dagegenangehen hat hier keine Chance. Was ist nun also die Devise? Ja genau –

 

MITGEHEN

Das bin ich dann auch. In Deutschland hat sich meine Angst dann komischerweise etwas gelegt und ist in den Hintergrund gerückt. Wie die meisten Erstgebärenden wusste ich noch nicht was da eigentlich abgeht mit Hebammenmangel, Kursmangel, Kreißsaalschließungen etc. Ich war noch voll im Vertrauen. Als ich mich dann im 6. Monat bequemt habe eine Hebamme zu suchen, konnte ich von Glück reden, meine liebe Christiane gefunden zu haben! Ich begann Bücher zu lesen, die sich mit natürlicher, ganzheitlicher Geburt beschäftigten und besuchte – da ich natürlich keinen anderen Platz mehr bekam – einen Hypnobirthing-Kurs in meiner Umgebung. Im Nachhinein sage ich, dass es mein größtes Glück war. Nebenan, zu unserem gemütlichen Partnerkurs der auf 4 Paare beschränkt war, saßen nämlich unzählige Frauen vor Themen wie PDA und Kaiserschnitt. Ich habe die Angst auf ihren Gesichtern gesehen, als sie den Raum verließen und fragte mich, was denn den Unterschied zu diesen Kursen machte. Ja, es ist das Vertrauen in unsere weibliche Gebärkraft. Es ist klar, dass immer etwas passieren kann. Kaiserschnitte und Schmerzen können sein – müssen aber eben nicht! Und das zu verstehen hat meine ganze Sicht auf die Geburt einfach so: UMGEKREMPELT! Jede Geburt ist einzigartig und wir haben die Chance das für uns Beste daraus zu machen. Meiner Meinung nach ist die mentale Vorbereitung dabei sogar noch etwas wichtiger als die körperliche! Unser Body macht den Job schon seit circa Millionen Jahren & braucht uns eigentlich nicht dafür. Was unser Job ist, sind die 7 Generationen von Traumata, die wir derweil unbewusst mit uns herumschleppen, zu klären und mal einen Schlussstrich zu ziehen. Und damit meine ich nicht nur uns Frauen. Auch die Herren der Schöpfung haben eines Tages unter der Geburt das Licht der Welt erblickt. Auch ihr Männer könnt Traumen mitgenommen haben und diese an Eure Babys weitergeben.

 

DIE NEUE GENERATION DARF DIE GEBURTSWUNDEN JETZT HEILEN

…und wie geht das wohl besser als mit einem eigenen positiven Geburtserlebnis? Mir hat wahrscheinlich geholfen, dass ich Psychologin und Hypnosetherapeutin bin und habe irgendwann begonnen mein eigenes „Geburtsvorbereitungsprogramm“ zu entwerfen. Aus all dem Wissen, was ich über Mentaltraining, Selbsthypnose, gezielten Entspannungstechniken und die Kraft der Gedanken im Laufe meine Karriere angesammelt habe, ist Soul-Birthing geboren. Ich habe die Wirksamkeit meines Coachings am eigenen Körper spüren dürfen und zahlreiche Frauen, mit denen ich gearbeitet habe auch.

 

"Sobald Du Deine Einstellung zu den Dingen änderst, verändern sich

auch die Dinge"

 

Ich bin total glücklich, dass ich seit der Geburt meines Sohnes nicht nur mein eigenes Geburtstrauma überwinden konnte. Auch andere Frauen, die eine schlimme erste Geburtserfahrung gemacht haben, durften sich Versöhnen. Vielleicht bist Du gerade auch  schwanger oder willst es noch werden? Dann hoffe ich, dass Die dieses Thema als Inspiration dient, deine Sicht auf Geburt etwas zu verändern und neu auszurichten. Sei mutig, denn auch Du darfst Geburt als eines der positiv transformierendsten Ereignisses Deines Lebens erleben!

 

Öffne Dich, sei mutig und traue Dich über den Tellerrand der negativen Geburtswelt hinauszusehen!

Dann kann sie eines der transformierendsten Erlebnisse Deines Lebens werden!

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