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Vertraue ins bunte Konfetti Deiner Geburt

Vertrauen ist Dein Lebenspotenzial!

 

Vertrauen. Wo kommt es eigentlich her und wo will es uns hinbringen? Gibt es unter uns welche, die es „haben“ und andere die es nicht „haben“? Und welchen Zweck soll es in unserem Leben erfüllen? Seit so langer Zeit frage ich mich immer wieder: „Liebes Vertrauen, was ist es, das Dich zu unserem steten, resilienten Begleiter werden lässt?“. Ist es vielleicht sogar angeboren wie man aus einigen psychologischen Studien herauslesen könnte oder will es auf die harte Tour verdient werden, indem wir auf Platz 1 der „Hardcore Story Of Our Lives- Charts“ landen? Ganz nach dem Motto: „Wer am meisten überlebt, der hat auch das dickste Konto auf der Bank Deines Vertrauens?“

 

Oder wie darf ich mir dieses große Mysterium Vertrauen denn nun vorstellen?

Der Duden – dieses abgefahrene Blätterwerk, was es irgendwie schafft mehr oder weniger treffend all das auf den Punkt zu bringen, was unsere deutsche Sprache so in Petto hat – sagt folgendes zum Vertrauen: Es sei ein „festes Überzeugtsein von der Verlässlichkeit, Zuverlässigkeit einer Person, Sache“.  

Ahhh... Ganz ehrlich: Das kickt jetzt nicht so wirklich bei mir rein. Völlig verkopf irgendwie für eine Sache die doch so viel tiefer geht als eine bloße rationale Erklärung. Naja, ein erster Vorstoß ist es immerhin: Die feste Überzeugung gefällt mir ganz gut. Aber wo kommt sie her?

Meistens sprechen wir ja vom „hab vertrauen“, wenn wir den Ausgang von Dingen nicht vorausahnen oder gar ändern können. Wir sind also auf eine höhere Instanz angewiesen. Eine, die mehr ist als nur Kopf oder Ego oder ganz einfach unser direkter Einfluss. Wir sprechen ganz direkt über etwas, was wir sowieso nicht verändern können, auch wenn wir es noch so sehr wollen. Ein Einfluss, der uns aus der Perfektion der Zukunft in die Echtheit der Gegenwart bringt. Eine Instanz, die uns wiegt und leise in die Ohren säuselt…

 

„Ich bin bei Dir, jetzt.“

Ist es das, was Eckhart Tolle in seinem Meisterbuch „Jetzt“ der Angst entgegenzusetzen vermag? Ein Vertrauen, was nur dadurch wirklich florieren kann, wenn wir uns ganz und gar im Hier und Jetzt bewegen?

Fakt ist, wenn wir uns ganz in diesem einen Moment befinden, nicht in der Zukunft, nicht in der Vergangenheit, dann gibt es keine potenziellen Ereignisse mehr die uns große Angst machen müssten.

 

Spür doch mal rein ins „Jetzt“

Wie fühlt es sich an, einfach Du zu sein. In diesem Moment zu atmen, in diesem Moment zu leben. Kannst Du bemerken, wie Dein Atem etwas ruhiger wird und Dein Puls beginnt sich zu beruhigen? Ein Leben im Jetzt verhindert den Abstand zu Deinem realen Leben. Die Abweichung zu Dir ist so gering, dass der Antagonist des Vertrauens – unsere phantasiereiche Angst – sich gar nicht erst anzuspannen braucht. Die liebe Realität (was auch immer wir darunter verstehen wollen) hält den Raum für unser Vertrauen. Real, echt sein und verletzlich sein, schafft Vertrauen in unser Selbst. Sich seiner Selbst und seiner ehrlichen Ängste bewusst werden schafft Vertrauen.

 

Es wäre irgendwie total irrwitzig zu meinen, wir könnten den Ausgang (irgend)einer Situation wirklich planen. Und genau das versuchen wir doch immer wieder. Sobald sich unsere Angst aus den Tiefen des Unterbewussten nach oben schleicht und sich um unsere Schultern legt, werden wir panisch. Das, was wir so fein in unseren Tiefen verborgen halten konnten, kommt immer genau dann, wenn wir am wenigsten damit rechnen. Wenn wir in schönen Zukunftsphantasien schwelgen, Pläne machen und mitten dabei sind von dem Weg unserer Gegenwart abzukommen. Ich sage nicht, dass Träumen nicht wichtig und megaschön ist. Ich denke sogar, dass so manchem Realisten ein bisschen mehr Träumen nicht schadet. Wir müssen uns jedoch bewusst machen, dass unsere Phantasie der Zukunft, nicht der Realität entspricht!

 

Es kommt immer anders als Du denkst.

Je größer die Distanz zwischen dem Jetzt – also dem Moment, in dem du gerade atmest – und dem potenziellen Zukunftstraum ist, desto mehr ist auch Raum für Angst, Sorgen und plagende Gedankenschleifen. Unser Gehirn versucht krampfhaft eine durchsichtige Gedankenschleife zwischen dem was kommt und dem Jetzt zusammenzuhalten. Diese Schleife ist jedoch nicht immer so leicht zu öffnen und kann ganz schnell zu einem festen Knoten der Sorge mutieren. Dann können wir erst recht nicht mehr loslassen. Diese Knoten geben der Angst die Sprossen um sich am Tau des Lebens nach oben zu ziehen.

Mal ehrlich: Wir sind nicht bei Harry Potter

und Hogwarts existiert lediglich in den Büchern und unserer Phantasie. Nein, wir können nicht Wahrsagen. Ohne Glaskugel ist also alles was uns im Leben bleibt, die Hoffnung, dass auch morgen noch alles Gut sein darf. Und worauf fußt diese Hoffnung? Ja genau: Ihre Basis ist unser Vertrauen.

Genauso ist das bei Geburt!

 

Vertrauen ist für den Moment der Geburt unheimlich wichtig!

Es hilft uns den wahrscheinlich kraftvollsten Prozess unseres Lebens einfach geschehen zu lassen, unseren Körper in tiefste Entspannung zu hüllen und einfach auf uns zukommen zu lassen, was ohnehin kommen wird. Unser Baby. Wir brauchen hierzu keine mega Performance im Geburtspositionenturnen hinlegen, keine durchgestylten Instagram Fotos im perfekten Geburtslicht zu finden und schon gar keinem Anwesenden etwas zu beweisen. Wir dürfen mal voll und ganz bei uns sein. Im Vertrauen, gehalten zu werden. Im Vertrauen, dass uns jeder Atemzug, jeder Zyklus der Kontraktionen uns unserem Baby ein großes Stückchen näher bringt und im Vertrauen, dass unser Körper unser geliebtes Kind auch ohne unser auswendiggelerntes Geburtsmantra auf diese Welt trägt.

 

Im Vertrauen liegt Deine Geburtskraft

Wenn wir unbeschriebene Blätter der Geburt wären – sprich: Noch nie eine Arztserie gesehen haben, in der die Geburtsszene 30 Sekunden lang dauert und ein roter, pressender Kopf mit hochgerissenen Beinen in Steißlage zu sehen ist und auch die Freundin einer Freundin einer Freundin nicht von der Grausamkeit dieses eigentlich wundervollen Ereignisses berichtet hat, dann hätten wir doch im Grunde nichts wovor wir uns fürchten müssten, oder?

 

Setze doch mal alles auf Reset

Schau Dir Deine Ängste mal genau an. Welche kommen von Dir direkt. Welche sind übermittelt und welche kannst Du Dir noch nicht einmal erklären. Eventuell liegen sogar alten Geburtswunden deiner Mutter, Oma, Uroma und weiteren 4 Generationen vor. Diese Zahl ergibt sich aus der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass Traumata über (mindestens) 7 Generationen weitervererbt werden können. Es hat also nicht immer was damit zu tun, dass Deine Glaskugel Dir sagt: „Dein Geburtserlebnis wird schrecklich“. Auch ein noch nicht gedrückter Resetknopf will vielleicht noch betätigt werden, nachdem Du Deine Ängste im Rucksack des Lebens angesehen, aussortiert und neu gepackt hast.

 

Loslassen im Vertrauen

Eine Geburt, die im Vertrauen stattfinden darf hilft Dir nicht nur bei einem entspannteren Geburtsverlauf, es hat vor allem auch einen unwahrscheinlich guten Einfluss auf die Ankunft Deines Babys auf dieser Erde. Stell Dir vor im Mamaversum stünden alle Hebel auf Peace, Love and Trust. Dann kann Dein kleiner Schatz gar nicht anders, als sich im wiegenden Hin- und Her der Geburtswellen nach draußen an die frische Luft tragen zu lassen.

Schöne Vorstellung

Lass Deine Phantasie florieren. Lass sie kreativ sein, lass sie leben, flexibel sein und vor allem, lass sie auch immer wieder los! Auch wenn es sich für Dich zunächst konfus anhören mag: Wichtig ist das Loslassen. Ob wir es wollen oder nicht: Wir sind nicht die Bestimmer. Wer das ist, weiß ich leider auch nicht: Vielleicht der „liebe Gott“, das Universum oder gar unsere Seelen selbst? Wir sind einfach die Mitspieler, die Protagonisten unseres Lebens in dem wir viel Gutes vs. Schlechtes, Wundervolles vs. Grausames, Glück vs. Unglück und Freude vs. Trauer erfahren können. Eine Palette an Gefühlen, die uns im Zweifelsfall immer weiter zu dem bringen, was Leben auf jeder Ebene ausmacht:

 

Wachstum

Wenn wir eines sicher wissen, dann ist es, dass wir wachsen und niemals damit aufhören solange wir Leben. Wir wachsen auf der physischen Ebene immer weiter (naja zumindest Ohren und Nasen), auf der Zellebene und vor allem auf der emotionalen, psychischen Ebene! Jede Lebenserfahrung macht uns reicher & weiser, lässt uns wachsen und tatsächlich einen Schritt weiter gehen. Daher dürfen wir glauben, dass jede Erfahrung die wir machen zu uns passt. Wir dürfen versuchen mal hineinzuspüren, welche Lebenserfahrungen wir in der Vergangenheit komplett in Frage gestellt haben und uns heute zu dem gemacht hat, was wir JETZT sind. Gewachsen, stärker oder auf dem Weg dahin, Es lohnt sich ins Vertrauen zu investieren. Genauer hinzusehen und allen Facetten der Emotionspalette Raum für Farbe zu geben.

 

Schwarz und Weiß ist langweilig.

Daher ist es schön auch mal ein Grau oder ein Gelb inmitten eines Picassos zu sehen. Trust ist der Weg zum Künstler. Zum Lebenskünstler. Zum Überlebenskünstler. Zu DIR. JETZT! Viel Freude bei Dir!

 

 

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